Familienpolitik in Österreich

Familienpolitik fristet in der politischen Öffentlichkeit ein Mauerblümchendasein. Zum einen erschöpft sie sich in einem Familienlastenausgleich: In Zeiten voller Kassen werden die Leistungen der Familienförderung ausgeweitet; wenig später, sobald die Budgetsanierung im Vordergrund steht, werden sie wieder gekürzt oder gar gestrichen. Zum anderen ist die Familienpolitik jener Bereich, in dem sich die ideologisch unterschiedlichen Positionen der einzelnen Parteien am schärfsten manifestieren: Das linke politische Lager reduziert Familienpolitik auf Frauenpolitik, das rechte auf Mütter- und Hausfrauenpolitik. Dabei ist das Hauptproblem vieler potentieller Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Familienpolitik muss Rahmenbedingungen schaffen, damit Familien die Kinder, die sie haben wollen, frei von wirtschaftlichen und sozialen Zwängen auch bekommen können. Eltern müssen tatsächlich die freie Entscheidung haben, wie sie Haushaltsführung, Kindererziehung und außerhäuslichen Erwerb untereinander aufteilen, ohne sofort als Rabenmutter oder Hausmütterchen abgestempelt zu werden. Dass Familienpolitik derzeit an den Bedürfnissen der Familien vorbeigeht, zeigen die Zahlen und Daten.
 

Entwicklung von Familienbeihilfe, Ausgleichszulagenrichtsatz und Inflation
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