
Familie als Zukunftsprojekt
Der demografische Wandel liegt nicht vor uns, er ist bereits Realität. Sinkende Geburtenzahlen und damit verbundene strukturelle Veränderungen betreffen uns alle schon jetzt.
Heinz Faßmann, Präsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, sprach davon, dass Österreich weniger und älter werde. Die für die Bestandserhaltung notwendige Kinderrate von 2,1 pro Frau sei nicht rasch wieder zu erreichen, "aber jede Zahl nach dem Kommapunkt ist ein Gewinn".
Gudrun Kugler, OSZE-Sonderbeauftragte für demografischen Wandel brachte die Kinderlosigkeit zur Sprache. "Aus einem ,Nichtjetzt' wird oft ein ,Leider nie'". Politik könne und müsse Rahmenbedingungen verbessern, damit das Ja zum Kind und zur Familie wieder leichterfällt.
Die Kirche hingegen müsse Mut machen und Sinn vermitteln, denn wenn es eine positive Zukunftsperspektive gibt, stärkt dies das "Ja zum Leben" und damit das Ja zu Kindern. Das ist der Grundansatz für Familienbischof Hermann Glettler. Der demografische Wandel ist für ihn eben nicht nur eine Zahlenfrage, sondern Ausdruck einer Sinnkrise.
Für die (zukünftigen) Eltern hatte Psychotherapeutin Barbara Haid eine wichtige Botschaft. Es geht nicht um den perfekten Zeitpunkt für ein Kind, der nie kommen wird, es geht nicht um Selbstoptimierung. Es geht um eine Erfahrung von stabiler Bindung. Die Familie kann der erste Ort sein, an dem Menschen erfahren, dass sie gewollt und geliebt sind, bevor sie etwas leisten. "Resilienz entsteht aus Verlässlichkeit, nicht aus Perfektion", so machte sie "Mut zum Unvollkommenen".
Das auf die Impulsvorträge folgende Podiumsgespräch wurde von der Vizepräsidentin des KFÖ Jutta Tscheppe moderiert.
Demografie | Familie als Zukunftsprojekt | 24. Februar 2026
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