"Krankenstand bei Oma"
In meinem Arbeitszimmer finden Lenie und ich das Säckchen mit der Faschingsdeko. Lenie ist begeistert über mein reichhaltiges Sortiment, das jedes Jahr im Fasching unser Haus schmückt. Gemeinsam überlegen wir, welcher Lampion und welche Girlande wo hinkommen soll. Wir freuen uns, als wir fertig sind. Es schaut alles so bunt und fröhlich aus. Wir sind bereit für die Party!
Bauarbeiter und Prinzessinnen
Jedes Jahr sind wir gespannt, wie sich alle Familienmitglieder verkleiden. Besonders lustig ist heuer die Familie von Antonia (3 ½ J.) und Samuel (1 ½ J.). Antonia wollte eine Regenbogenprinzessin sein, sie hat Regenbögen ins Gesicht gemalt und ihr hübsches Prinzessinnenkleid an. Da sie aber nicht alleine als Prinzessin gehen wollte, habe sie und ihre Mama den Papa überredet, auch als Prinzessin zu erscheinen. Der fast 1,90 m große Mann schaut mit einem Sommerkleidchen von Antonias Mama und einer knallroten Langhaarperücke mit Krönchen wirklich entzückend aus. Den Bart hat er sich nicht abrasiert, so weit geht die Begeisterung nicht. Samuel und seine Mama sind als Bauarbeiter verkleidet. Samuel ist mit Helm und Schutzbrille ausgerüstet, seine Säge und den Maurerhammer hält er fest in den Händen. Meine Tochter, die schon sehr schwanger ist, hat einen ordentlichen „Bierbauch“ unter ihrer Warnweste.
Färbeexperiment
Es sind Semesterferien, Jonas (7 ½ J.) und Lenie dürfen einen Tag bei mir verbringen. Lenie bringt einen Streifen rotes Krepppapier mit. Sie meint: „Damit kina ma wos bastln.“ Ich nehme sie mit in mein Arbeitszimmer und zeige ihr meine Bastelmaterial-Schätze. Krepppapier finden wir in ganz vielen Farben. Jonas hat die geniale Idee, Stücke davon ins Wasser zu werfen und zu schauen, was passiert. Gesagt, getan, Jonas füllt für jede Farbe ein Glas halb voll mit Wasser, Lenie scheidet kleine Stücke vom Papier ab und darf diese ins Wasser werfen. Es ist genial zu beobachten, wie schnell sich das Wasser färbt. Wir fischen das Papier wieder heraus und jetzt müssen die Wässerchen natürlich noch „gepanscht“ werde. Es interessiert uns, zu sehen welche Farben entstehen, wenn man gelb und blau, rot und blau, grün und gelb, … mischt.
Teamarbeit
Jonas und Lenie haben genug von unserem Experiment und verziehen sich ins Wohnzimmer um miteinander etwas zu bauen. Jonas schafft an, was er braucht und Lenie macht die Zubringerdienste. Mit dem selbstfahrenden Spielzeugtraktor liefert sie die Bausteine. Da das Ganze ein Tierpark werden soll, bringt sie natürlich auch unsere ganzen Tierfiguren vom Löwen bis zur Ente. Fast eine Stunde sind die beiden friedlich am Werk und das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Nun braucht es ein Spiel mit mehr Bewegung. Die beiden verschwinden im Kinderzimmer um „der Boden ist Lava“ zu spielen, ich koche einstweilen unser Mittagessen.
Verwüstungen
Es sind einige gröbere Rumpler zu hören, ich denke mir nicht allzu viel dabei, bis plötzlich Lenie vor mir steht und sagt: „Im Jonas ist wos passiert, er traut sis net sogn!“ Alarmiert gehe ich mit Lenie in den ersten Stock. Ich öffne die Tür zum Kinderzimmer und es verschlägt mir fast die Sprache. „Ach herrje, da habt ihr ganze Arbeit geleistet!“ Das schlechte Gewissen von Jonas ist durchaus gerechtfertigt. Wenn man beim Spiel nicht auf den Boden steigen darf, muss man natürlich schauen, dass man sich kletternd vorwärtsbewegt. Jonas ist vom Fensterbrett abgerutscht und hat sich am Vorhang festgehalten. Gott sei Dank, sind nur einige Haken gebrochen und nicht die ganze Vorhangstange heruntergekracht. Auch das Kunststoffgestell vom Kaspertheater hat das wilde Spiel nicht überlebt. Ich muss schon ein wenig schimpfen, gemeinsam räumen wir auf und das Kaspertheater wird künftig auf dem Tisch und nicht mehr auf dem Boden stehen. Vorhanghaken muss ich neue besorgen, am besten gleich einige in Reserve.




