Die Bundesregierung hat die Eckpunkte für das Doppelbudget 2027/2028 vorgestellt.
Für Familien bedeutet das einige spürbare Änderungen – vor allem bei Familienleistungen wie Familielbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld, dem Familienbonus plus sowie den Abgaben.
Hier erklären wir verständlich, was sich ändert, wen es betrifft und worauf Familien jetzt achten sollten.
Keine Inflationsanpassung: Kaufkraft sinkt weiter
Auch im Jahr 2028 werden zentrale Familienleistungen wie Familienbeihilfe oder Kinderbetreuungsgeld nicht an die Inflation angepasst – bereits zum dritten Mal in Folge.
Das bedeutet konkret:
Während die Lebenshaltungskosten weiter steigen, bleiben die Unterstützungsleistungen Famlienbeihilfe und Kinderbetreuungsgeld gleich.
Gerade für Familien mit mehreren Kindern summiert sich das im Alltag – etwa bei Lebensmitteln, Wohnen oder Freizeitkosten.
Betroffen: alle Familien
Hier finden Sie mehr Informationen, was passiert, wenn die Inflationserhöhung für Familienleistungen ausbleibt.
Familienbonus: Änderungen ab dem 3. Geburtstag
Der Familienbonus bleibt grundsätzlich bestehen – das ist eine wichtige Entlastung für viele Familien.
Für Kinder unter 3 Jahren bleibt alles wie bisher:
- Ein Elternteil kann weiterhin den vollen Bonus von 2.000 Euro pro Jahr geltend machen.
Ab dem 3. Geburtstag gibt es folgende Änderungen
- Ein Viertel (500 Euro) ist für den zweiten Elternteil reserviert In der Praxis bedeutet das:
Der volle Familienbonus in der Höhe von 2.000 Euro wird für viele Familien schwerer erreichbar.
Wichtig:
Alleinerziehende sind von diesen Änderungen nicht betroffen.
Besonders betroffen:
- Alleinverdienende
- Mehrkindfamilien
Hier finden Sie mehr Informationen zum Familienbonus
Höhere Belastung für Teilzeit und geringe Einkommen
Eine weitere geplante Änderung betrifft den Arbeitslosenversicherungsbeitrag:
Bisher waren niedrigere Einkommen von diesem Beitrag befreit
- Künftig soll diese Entlastung entfallen
Das führt dazu, dass vor allem Eltern in Teilzeit aber auch Geringverdienende künftig mehr Abgaben zahlen müssen.
Gerade Wiedereinsteigerinnen und Beschäftigte im Niedriglohnbereich spüren diese Veränderung deutlich.
Betroffen:
- Einkommen bis 2.225 Euro butto pro Monat
Weniger Geld im Familien-Topf (FLAF)
Der Familienlastenausgleichsfonds (FLAF) ist die zentrale Finanzierungsquelle für Familienleistungen.
Aus diesem Fonds werden unter anderem bezahlt:
- Familienbeihilfe
- Leistungen für den Eltern-Kind-Pass
- Kinderbetreuungsgeld
- Kostenlose Schulbücher
- Schülerfreifahrt
Geplant ist eine deutliche Kürzung der Einnahmen zu Gunsten der Wirtschaft (Lohnnebenkostensenkung)
- von rund 7 Milliarden Euro auf etwa 5 Milliarden Euro
Das bedeutet:
Der finanzielle Spielraum für familienpolitische Leistungen wird deutlich kleiner – sofern keine ausreichende Gegenfinanzierung erfolgt.
Hier finden Sie mehr Informationen zum Familienlastenausgleichsfonds.
Was bedeutet das für Familien im Alltag?
Für viele Familien heißt das:
- Sie spüren die steigenden Kosten deutlicher im Geldbörsel
- Steuerliche Berücksichtigung von Kindern (Familienbonus) wird wichtiger – aber auch komplexer
- Teilzeitarbeit wird finanziell unattraktiver
Insgesamt wird es wichtiger, sich gut zu informieren und die eigene Situation genau zu prüfen!
Einordnung
Der Katholischer Familienverband Österreich sieht diese Entwicklungen kritisch, insbesondere weil:
- Familien über mehrere Jahre real weniger Unterstützung erhalten
- Teilzeitarbeit stärker belastet wird, besonders Mütter arbeiten oft Teilzeit, weil sie Kinder betreuen oder Angehörige pflegen
- die Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung eingeschränkt wird
- Betreuung zu Hause wird weniger wertgeschätzt
- Familien mit besonderen Herausforderungen werden nicht mitbedacht
Unsere Forderungen
- Garantierte jährliche Inflationsanpassung der Familienleistungen ab 2029
- Teilzeit aufgrund von Betreuungspflichten (Kinder oder pflegebedürftige Angehörige) darf nicht finanziell bestraft werden
- Der Familienbonus in voller Höhe für einen Elternteil bei Alleinverdienern mit drei und mehr Kindern, sowie für Familien mit Kindern mit erhöhter Familienbeihilfe
- Volle und dauerhaft gesicherte Gegenfinanzierung der fehlenden 2 Mrd. zum Familienlastenausgleichsfonds
Warum eine starke Familienvertretung jetzt wichtiger ist denn je
Gerade in Zeiten von Sparpaketen zeigt sich, wie wichtig eine starke Stimme für Familien ist. Wir haben uns eingesetzt - auf politischer Ebene, medial und in unzähligen persönlichen Gesprächen - mit Erfolg: Trotz wiederholter Forderungen nach einer Abschaffung bleibt der Familienbonus bestehen!
Familien tragen einen wesentlichen Teil unserer Gesellschaft – gleichzeitig geraten ihre Anliegen im politischen Alltag oft unter Druck.
Als Katholischer Familienverband setzen wir uns dafür ein, dass:
- Familien finanziell fair behandelt werden
- Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung erhalten bleibt
- Mehrkindfamilien und besonders belastete Familien berücksichtigt werden
Jetzt aktiv werden
Wenn Ihnen faire Rahmenbedingungen für Familien wichtig sind, laden wir Sie herzlich ein:
Werden Sie Mitglied beim Katholischen Familienverband!

