Herbert hat sich für heute eine ganz besondere Überraschung ausgedacht. Er hat für sich und seine Freundin Marion eine romantische Schlittenfahrt organisiert. Vorher war er in der Bibliothek, hat dort gestöbert, recherchiert und schließlich eine Seite aus einem Buch kopiert.
Gemächlich zieht der Schlitten vom Tal den verschneiten Hügel hinauf. Die Pferde haben gut zu tun, doch oben angekommen dürfen sie erst einmal verschnaufen. Der Mond steht hell am Himmel und taucht die Landschaft in silbernes Licht.
Herbert greift in seine Jackentasche, holt das Blatt hervor, schaut Marion in die Augen – und beginnt zu lesen:
Meine Welt Der Ball sagt: Meine Welt ist rund.
Der Floh sagt: Meine Welt ist ein Hund.
Der Fisch sagt: Meine Welt verschwimmt.
Der Regen sagt: Meine Welt zerrinnt.
Die Stille sagt: Meine Welt ist stumm.
Die Antwort sagt: Meine Welt fragt Warum?
Die Lampe sagt: Meine Welt ist Licht.
Die Dunkelheit sagt: Meine Welt seh ich nicht.
Der Fuß sagt: Meine Welt ist ein Schuh.
Und ich sage: Meine Welt bist du.
Marions Augen beginnen zu leuchten. Sie schaut Herbert an, schmiegt sich in seine Arme und sagt leise: „Herbert, ich habe noch nie etwas so Wunderschönes gehört.“