Kindergärten gehören in Bundeshand statt auf Gemeindeebene
Der Präsident des Katholischen Familienverbandes weist darauf hin, dass es ein bundesweit einheitliches Rahmengesetz für Kinderbetreuungseinrichtungen braucht, das den zentralen Fokus auf den Betreuungsschlüssel legt und trotzdem Gestaltungsmöglichkeiten für regionale Gegebenheiten lässt. „Nur so kann die notwendige Qualität und sichere Bindung gewährleistet werden“, ist Mender überzeugt.
Abgesehen von der Vereinbarkeit für Eltern kommt den Kindergärten eine immer größere Bedeutung bei der Integrations- und Sprachförderung zu. „Gerade hier braucht es verlässliche, bundesweit einheitliche Rahmenbedingungen und ein durchdachtes Gesamtkonzept und keine kleinteiligen Strukturen“, betont der Familienverbandspräsident. Der Katholische Familienverband fordert daher, die Elementarpädagogik noch stärker auf Bundesebene zu bündeln, um allen Kindern gleiche Chancen zu garantieren: „Kindergärten sind Bildungseinrichtungen. Es kann nicht sein, dass die Postleitzahl über die Qualität und Öffnungszeiten eines Kindergartenplatzes entscheidet“, so Mender und fordert, dass frühkindliche Bildung und Sprachförderung endlich den Stellenwert erhalten müssen, der ihnen zusteht.“
Weil bundesweit 21 Prozent der Kinder bei Schuleintritt nicht ausreichend Deutsch sprechen, schlägt der Katholische Familienverband vor, Migrant/innen mit guten Deutschkenntnissen zu Sprachassistent/innen für Kindergärten auszubilden. „Dabei würde man gezielt von der Mehrsprachigkeit profitieren, diese als Ressource nutzen und auch die Gleichstellung der Migrantinnen unterstützen“, so Mender. Gleichzeitig stellt er aber klar, dass das Projekt nur erfolgreich sein kann, wenn diese Sprachassistent/innen mit den Kindern Deutsch sprechen.
Für Kinder mit Migrationshintergrund wären diese Sprachassistent/innen ein Gewinn, weil sie so im Kindergartenalltag spielerisch die deutsche Sprache erlernen. „Gleichzeitig würde dieser Ansatz die Integration stärken und dem Personalmangel bei den Elementarpädagog/innen entgegenwirken“, so der Familienverbandspräsident. „Bildung ist zentral beim Bund angesiedelt – das muss auch für die Kinderbetreuung gelten. Es geht um die bestmögliche Bildung und Betreuung der Kleinsten, aber auch um eine gute Vereinbarkeit für berufstätige Eltern und damit um die Zukunft unserer Gesellschaft.“

