Katholischer Familienverband begrüßt Hitzeplan an Schulen
. „Es ist gut, dass der Bildungsminister das Thema zur Chefsache macht und einen mehrstufigen Hitzeschutzplan für Schulen ausarbeiten lässt “, sagt Andrea Kahl, Leiterin des Schularbeitskreises des Katholischen Familienverbandes. Genau ein solches Hitzeschutzkonzept hatte der Familienverband bereits Anfang Juli gefordert. „Es muss rasch eine gesetzliche Grundlage geschaffen werde, damit Schulen Rechtssicherheit haben“, so Kahl.
Positiv beurteilt sie, dass ab Warnstufe zwei schulautonom entschieden werden kann: „Jede Schule ist anders. Eine Schule am Waldrand hat andere Bedingungen als eine Schule mit Glasfassade im Stadtgebiet. Da macht es schon Sinn, dass am Standort schulautonom individuell entschieden werden kann“, so Kahl und wünscht sich transparente und klare Informationswege für Eltern und Schüler/innen über die im Hitzefall getroffenen folgende Maßnahmen, um eine gute Planbarkeit innerhalb der Familie sicherzustellen.
Eine gute Initiative ist für Kahl auch, dass 50 Projekte priorisiert werden, die mit 400 Millionen Euro durch Jalousien, Nachtlüftungssysteme, Klimaanlagen und Begrünungsmaßnahmen in Pausenhöfen hitzefit gemacht werden sollen. „Das ist ein wichtiger Schritt. Es sollte aber sorgfältig evaluiert werden, welche Maßnahmen den besten Erfolg erzielen“, so die Bildungsexpertin, die selbst als Lehrerin im Klassenzimmer steht und die Bedingungen kennt.
Kritischer sieht sie das angedachte Distance-Learning für Schüler/innen nach der Pflichtschule: „Aus der Corona-Zeit wissen wir, dass diese Form des Unterrichts viele Schüler/innen, vor allem aus bildungsfernen Haushalten, zurückwirft und die Situation genau dieser Kinder und Jugendlichen würde erneut erschwert“, gibt sie zu bedenken. Kahl fürchtet, dass gerade für viele Kinder in prekären Wohnsituationen Distance-Learning zu keiner Verbesserung der Situation führt. Zusätzlich wünscht sich die Bildungsexpertin des Katholischen Familienverbandes auch mehr Fokus auf die ersten Bildungseinrichtungen, die Kindergärten. „Auch dort müssen die Bedingungen verbessert und mitbedacht werden“, so ihre Forderung.
Eine Verschiebung der Sommerferien, hält sie aus mehreren Gründen für nicht praktikabel: „Hier hängt sehr viel mit dran – Notenschlüsse, Semesterferien, Fristen und viele weitere Stichtage im Schulunterrichtsgesetz“, so Kahl. Darüber hinaus zweifelt sie an der Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme. „Die Tage im August heißen nicht umsonst auch Hundstage. Auch wenn die Tage kürzer werden, kann es dennoch – auch in der Nacht – noch sehr heiß sein. Frühere Sommerferien sind für mich daher keine Lösung“, so die Bildungsexpertin. Ihr Fazit: „Der Hitzegipfel war ein wichtiges Signal. Als nächste Schritte braucht es eine rasche Umsetzung, klare Lösungen und eindeutige Zuständigkeiten, damit Kinder, Eltern und Lehrer/innen entlastet sind.“

